Möge das Studium in Amerika beginnen!

Tobias Deml in voller Pracht. Damals war er noch Model bei Ralph Lauren.

Tobias Deml in voller Pracht. Damals war er noch Model bei Ralph Lauren.

Dieser Blog handelt über meine Erfahrung als Student in Los Angeles, USA. Alle paar Tage werde ich meine Erlebnisse dokumentieren. Wer jeden Beitrag von Tag 1 an liest, bekommt am Ende zur Belohnung ein Keks.

Ich heiße Tobias Deml

Vielleicht kennen Sie mich oder haben mich schon mal auf der Strasse gehen gesehen. Vielleicht habe ich auch Sie schon einmal getroffen, werter Leser.
Wenn Sie einen etwa zwei Jahrzehnte alten Mann sehen, der nicht-ganz-perfekt gestärkte Hemden, schmuddelige Jeans oder kurze Hosen trägt, dann ist das schon einmal eine gute Spur.
Wenn dieser Mann auch noch krause Haare hat, die nach etwa 10cm Länge einfach nicht weiterwachsen (obwohl der Träger sich eine studentische Schmuddelfrisur wünschen würde um seine eckige Hakennase einzuschatten), dann wird es langsam verdächtig.
Hat der Mann einen Mund, bei dem der eine Winkel etwas stärker lächelt als der andere, mit der Absicht, als alter Mann niemals Finster- und Ernsthaftigkeits-Falten um den Mund herum zu bekommen? Ist seine linke Pupille nach schräg unten verschoben?
Der letzte Beweis, um mich zu identifizieren, spielt sich im Verhalten der manuellen Nasalchirurgie ab – dem Nasenbohren.
Wenn jener Mann ununterbrochen am schamlosen Popeln ist, dann können Sie sicher sein, dass ich es bin.

Die Idee und Vorbereitung

Ich absolvierte einen Auslandszivildienst in Los Angeles. Diesem ist ein eigener Blog gewidmet gewesen. Mehr darueber gibt es hier zu lesen.
Nach meinem Auslandsdienst stand ich vor der Qual der Wahl, was ich mit meinem Leben tun wollte. Ich war ueberzeugt, beruflich in einer kreativen Branche tätig zu werden. Während meinem Auslandsdienst hatte ich eine Epiphanie – eine Eingebung, die mich ueberzeugte, die Karriere eines Regisseurs anzustreben.
Los Angeles ist die Filmmetropole der westlichen Welt, also wollte ich mein Leben dort fortsetzen. Das “einfachste” Visum in einer wirtschaftlichen Dürreperiode war das Studentenvisum. Ich sah mich zwei Monate lang nach Jobs und Universitäten rund um Los Angeles um.
Nach etwa 40 Tagen fasste ich meinen Entschluss und meldete ich mich beim Santa Monica College an. SMC ist ein “Community College” und teilweise staatlich finanziert – damit ist es für amerikanische Bildungsstandards vergleichsweise billig.
6500$ sind die Studienbeiträge für internationale Studenten; Kalifornier zahlen nur etwa 650$ pro Jahr dafür.

Bekanntermaßen herrscht in den USA ein anderes Bildungssystem; in der High School erwirbt man einen um einiges einfacher zu absolvierenden Abschluss als beispielsweise beim Abitur/Matura. Im Gegenzug bereitet man sich dann zwei Jahre lang auf die “richtige” Universität vor, indem man in einem College studiert. Das Studienfach dieser zwei Jahre ist nicht direkt festgelegt, sondern man wählt frei zwischen etwa 200 verschiedenen Kursen – z.B. Mikrobiologie, Surfen, Bildhauerei, Englische Literatur – und erfüllt seine “General Education”.

Ich wurde im Santa Monica College aufgenommen und bekam meine Unterlagen per Eilpost geschickt, da ich etwas spaet dran war (am Besten bewirbt man sich fuer ein Studium im Ausland direkt nach Geburt, dann gibt es keinen Stress). Mit einer Unmenge Papierkram und einer Visumsgebuehr von insgesamt knapp 230 Euro bepackt, ging ich zur amerikanischen Botschaft in Wien und bekam mein F1-Studentenvisum. So wurde ich offiziell Student in den USA.

About the Author

Tobias Deml is an Austrian Filmmaker and Visual Artist. 2012 Cinematography Reel: http://vimeo.com/53973421 Tobias Deml ist ein österreichischer Filmstudent und Möchtegernregisseur in Los Angeles. Er arbeitet derzeit als Kameramann in Los Angeles und popelt in seiner Nase.