Flower District, mexikanische Süssigkeiten und Skid Row

Blumenduft getragen von kalten Luftfronten, die aus Klimaanlagen durch weite Hallen strömen. Lärmende Strassen, die durch dünne Blechwände in das Innere der Markthallen dringen. Nelken. Narzissen. Tuien, Tulpen, Geranien, Sonnenblumen, Veilchen, Orchideen, Gänseblümchen, Unkraut, Verpackungspapier, Plastiktüten, Stengelstumpfe, Wasserlachen.

Wir befinden uns im Flower District, einem Teil des sogenannten Wholesale-Bezirks in Downtown Los Angeles. Auch genannt Flower Market, ist dieser markthallenartige Stadtteil ausschliesslich dem Handel verführerischer Blumen aus aller Welt geweiht. Ich begutachte handgemalte Preisschilder und beobachte das rege Verhandeln um einen guten Preis – bleibe selbst aber auf der Strecke; ohne Spanischkenntnisse zahlt man hier Touristentarife.

Als Lorena und ich das duftende Paradies und die hohe Luftfeuchtigkeit gegen die trockene, sauerstoffarme Smogluft von Downtown LA eintauschen und gerade noch über die Berge von Blumen sehen können, die wir vor uns hertragen, sehen wir auf der gegenüberliegenden Strassenseite die Nachbarn der Blumenzüchter: Obdachlose. Denn wie die Ironie des amerikanischen Traums es so bestellt, grenzt die Duftfabrik direkt an Skid Row – ein Teil von Los Angeles, auf dem etwa 7000 bis 8000 Menschen auf den Strassen und Gehsteigen wohnen und schlafen. Damit ist Skid Row einer der dichtest bevölkerten, stabilsten Obdachlosenbezirke in den USA. (ich war vor einem Jahr bereits dort: Skid Row 2008)

Flower Market: Hier wird um Blumen gefeilscht. In rauen Mengen.

Flower Market: Hier wird um Blumen gefeilscht. In rauen Mengen.

Viele der Blumen sind durch Plastikfolien geschützt

Viele der Blumen sind durch Plastikfolien geschützt

Blumen und die Amerikaflagge ... die ist sowieso überall.

Blumen und die Amerikaflagge ... die ist sowieso überall.

Mein Autoschlüssel mit Smiley-Emblem (Ferrari-Emblems waren gestern) inmitten eines Blumenstrauchs.

Mein Autoschlüssel mit Smiley-Emblem (Ferrari-Emblems waren gestern) inmitten eines Blumenstrauchs.

Weiter geht es zum grossen Candy Shop am Strassenrand. An der Kreuzung Olympic Blvd at Central Ave liegen einige Lagerhallen, die über den Gehsteig hinweg in Marktstände verwandelt wurden. Dort gibt es eine Menge zu kaufen – überwiegend mexikanische, süsse Scharfigkeiten. Diese zuckerigen, chilihaltigen Substanzen sind echt zum geselligen Speiben produziert worden; aus einem mir unerfindlichen Grund findet sie Lorena aber ganz fantastisch…

Der Candy Market von aussen gesehen.

Der Candy Market von aussen gesehen.

Eines der mexikanischen Geschäfte: An der Decke hängen leckere Pinceanadas, die mithilfe von hölzernen Stecken auf Kindergeburtstagen in die Luft gehen

Eines der mexikanischen Geschäfte: An der Decke hängen leckere Pinceanadas, die mithilfe von hölzernen Stecken auf Kindergeburtstagen in die Luft gehen

Ein weiteres mexikanisches Geschäft von Innen

Ein weiteres mexikanisches Geschäft von Innen

Die Süssigkeitenpromenade von aussen: Im Hintergrund die Wolkenkratzer von Downtown LA, im Vordergrund rosa Klopapier...

Die Süssigkeitenpromenade von aussen: Im Hintergrund die Wolkenkratzer von Downtown LA, im Vordergrund rosa Klopapier...

About the Author

Tobias Deml is an Austrian Filmmaker and Visual Artist. 2012 Cinematography Reel: http://vimeo.com/53973421 Tobias Deml ist ein österreichischer Filmstudent und Möchtegernregisseur in Los Angeles. Er arbeitet derzeit als Kameramann in Los Angeles und popelt in seiner Nase.