Die ersten zwei Jahre College: General Education

In Österreich macht man die Schule fertig und geht dann studieren. Eine Studienrichtung – Mathematik, Englisch, Germanistik, Sportwissenschaften, Biologie usw. – hier in den USA beginnt das Studium mit einem breiten Fächer an Studienrichtungen, der sich mit der Zeit verengt.

High School VS. Gymnasium

In den USA ist das System etwas anders als in Österreich; der Schulabschluss erfordert weniger Anstrengung, und allgemein kann man sagen, dass Graduenten amerikanischer High Schools weniger Wissen durch die Schule erworben als österreichische Gymnasialmaturanten. Das ist recht wertfrei, auf amerikanischen High Schools lernt man oft andere Dinge, die man in Österreich nicht lernen würde. Der Lerndruck ist in Österreich aber, so weit ich es beurteilen kann, grösser.

AP-Klassen bereiten aufs Studium vor

Entschliesst man sich nun als amerikanischer Schüler, zum Studenten zu werden, geht man durch mehrere Stufen bis man beim Bachelor- bzw. Masterstudium anlangt. In der High School kann man schon AP-Klassen nehmen (Advanced Placement), die in Sachen Komplexität auf College-Level sind … etwa so wie Fächer in der 8. Klasse in Österreich. Diese AP-Klassen werden als Collegepunkte gutgeschrieben.

“College Credits” ist das Stichwort, das einem zum Bachelor-Studium bringt: Je nach Universität muss man in den zwei Jahren General Education etwa 30-60 Credits sammeln (meistens 3 Credits pro Klasse), um dann ein Bachelorstudium zu beginnen. Diese 30-60 Credits können aus spezifischen Klassen zusammengerechnet werden.

Manche Schüler sind so lerneifrig, dass sie während ihrer High-School-Zeit mit AP-Klassen und Sommerklassen an Colleges bereits alle Anforderungen erfüllen, um direkt mit dem Bachelorstudium zu beginnen (wie es in Österreich und zB Mexiko wäre) – diese Schüler bilden allerdings die Ausnahme.

Wozu General Education, wenn ich in Österreich doch schon genug lernte

Das Cover des Santa Monica College Katalogs, in dem man alle verfügbaren Klassen übersichtlich auf 88 recycelten Seiten finden kann.

Das Cover des Santa Monica College Katalogs, in dem man alle verfügbaren Klassen übersichtlich auf 88 recycelten Seiten finden kann. Copyright: SMC.

Jetzt fragt man sich natürlich, wo ich als internationaler Student stehe, mit meiner fleissig erworbenen Gymnasialmatura… und die Antwort lautet: Ich stehe genau dort, wo die normalen Amerikaner stehen. Zwischen Österreich und den USA gibt es kein einziges Bildungsabkommen, das irgendwelche Zeugnisse vergleichen oder validieren würde. Die Matura wird als Schulabschluss anerkannt, aber damit hat es sich bereits.
Für mich jedoch sind die zwei Jahre General Education alles andere als eine leidige Bürde; ich kann aus einer sehr langen Liste an verschiedenen Fächern wählen und erringe damit zwei Jahre zusätzliche Allgemeinbildung, die ich in Österreich nie bekommen hätte. Während dem Sommer waren das Ethik- und Rhetorikklassen, während dem Herbst werden es wieder neue Klassen sein.

Neben den General Education-Klassen werde ich natürlich viele Filmklassen wählen, um mich auf mein Filmstudium vorzubereiten.

2129 Angestellte am SMC – wie viele Klassen gibt es wohl?

Wenn es also viele verschiedenen Fächer gibt, muss es auch das nötige Personal geben. Auf der Faculty-Website gibt es eine Liste der Professoren, Teilzeit-Lektoren und Angestellten. Die Nummer dahinter: 2129.

Jetzt lasse ich Sie einmal raten… wie viele Klassen gibt es dann wohl? (Damit gemeint sind Klassen mit verschiedenen Inhalten; viele Klassen finden mehrmals zu verschiedenen Zeitpunkten unter der Woche statt)

Hinweis: Hier gibt es eine Liste der Fachrichtungen mitsamt der einzelnen Klassen.

About the Author

Tobias Deml is an Austrian Filmmaker and Visual Artist. 2012 Cinematography Reel: http://vimeo.com/53973421 Tobias Deml ist ein österreichischer Filmstudent und Möchtegernregisseur in Los Angeles. Er arbeitet derzeit als Kameramann in Los Angeles und popelt in seiner Nase.