Ein Fotobeitrag
Ich fing hier in Los Angeles als Auslandszivildiener an und weiss genau, wie toll es ist, eine Startbasis zu haben. Jetzt, wo mein Dienst beendet ist und ich mein Dasein mit exquisitem Studentenfutter friste, bin ich an der Reihe, Starthilfe zu geben und Initiationsrituale abzuhalten. Mario und Gabriel, zwei taufrische Gedenkdiener aus Österreich kommen wenige Tage versetzt nacheinander an, und beide schlafen in meinem Zimmer. Der Eine muss den Katzenzaun ertragen, der andere schläft drei Tage lang auf einer Campingpritsche.
Zeitgleich brennt es im Norden von Los Angeles, so massiv und konstant, dass Tonnen von Asche über LA geweht werden und die Stadt von einer gigantischen Rauchfront tagelang überschattet wird. Irgendwo im Informationskuchen schnappe ich auf, dass der Pleitestaat Kalifornien bereits 57 Millionen Dollar in die Bekämpfung der aktuellen Brände musste – wer also nicht bei der freiwilligen Feuerwehr ist, kann ersatzweise freiwillig falschparken und 65$ an den Bundesstaat spenden.
Willkommen in der neuen Welt
Gabriel Schaller (Blondschopf), Mario Drauch, Manuel Rusch (das Triumvirat des Auslandsdienstes in LA) und ein paar exotische Musen.
Dr. Rusch, wie üblich mit Wimperntusche und Leichenbalsam leicht aufgetakelt
Vom 101-Hollywood Freeway aus gesehen: Die Burbank Hills, überschattet von der gigantischen Rauchwolke, ausgelöst durch die grossflächigen Brände. Bemerkenswert ist die weisse Dampfwolke, die die Muffinspitze erst so richtig lecker macht.
Kaum kommt der neue Auslandsdiener Mario in meiner Hütte an, ist er schon mit Skypen und Freecell-Spielen beschäftigt.
Österreichs Exilschloss
Der zweite Neuankömmling Gabriel bewohnt für die ersten Tage das bescheidene Gästezimmer in der österreichischen Konsulresidenz - das Äquivalent zu Ryan's Poolhaus in "OC California". Die österreichische Konsulin bietet uns sofort das Du-Wort an, ist unglaublich nett und total entspannt.
Ein Traum wird wahr - und ich werde Diplomat, dann muss ich auch solche Arbeitsbedingungen ertragen und werde in solche Bungalows einquartiert. Echt ein hartes Leben.
Der neue Gedenkdiener lässt sich's gut gehen in der österreichischen Prinzenresidenz von Los Angeles: Das Grundstück befindet sich in einem Nobelbezirk und beherbergt einen eigenen Hausdschungel. Einzig gezähmte weisse Tiger und ein tägliches Gutenachtlied von Siegfried&Roy fehlt.
Segeln in der sanften Brise der herannahenden Feuerstürme
So lässt es sich die ersten Tage Auslandsdienst in LA gut durchstehen; mal eben in der fürstlichen Residenz schlafen, dann auf einer Yacht durch den Pazifik tuckern...
Fette Säcke, als Seerobben verkleidet - und das direkt im Yachthafen von Marina del Rey
Ahoi, Leichtmatrose... mit dem Herrn links fechte ich rhetorische Dreistheitsduelle.
Plastikpiraten beim künstlerisch-grausamen Entern einer Architekturfregatte
Strahlemann an Bord - zumindest, bis wir kentern.
Die fetten Rauchhaufen sind vom Schiff aus besonders gut zu sehen. Im Vordergrund, wie ironisch, die spielenden Kinder auf dem Santa Monica Pier.
Wie ein Atompilz steigen die Waldbrände empor und bieten einen berauschenden Anblick von so ziemlich jeder freien Stelle in der Stadt.
Das Erstaunlichste an der Sache: Die Rauchwolke hängt für etwa fünf Tage beinahe regungslos in der Luft.
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Sag mal, wie genau sit das zu verstehn mit der österreichischen Residenz?
Das hat doch nicht wirklich was mit unserer Botschaft dort zu tun?!
Doch… dort wird jeder Konsul fuer seine/ihre Dienstzeit untergebracht. Anno dazumal hat Klestil das Prachtstueck fuer die Republik erworben.
haha …Freecell-Spielen! Das hab ich gar nicht!!! Es war nämlich Solitär!