Als internationaler Student fühlt man sich im Santa Monica College durchaus wohl. Letztjähige Statistiken sprechen von 33.000 Studenten, von denen 3.000 aus anderen Ländern als den USA kommen und den Status “F1-Visa Student” haben. In ihrem ersten Semester müssen all diese internationalen Studenten eine Klasse belegen, die sich “COUNSELING 11″ nennt und vom International Education Center des SMC organisiert wird.
Vollzeitstudenten mit maximalen Studienkosten
In jener Klasse, Counseling 11, sitze ich gemeinsam mit 90% Asiaten. Komplett vorurteilsfrei, sondern beobachtend: Diese Mehrheit ist nicht nur eine Spezialität meiner 45-Personenklasse, sondern allgemein repräsentativ (wie auch damals beim Einführungsseminar für internationale Studenten).
Die Nationen, deren internationalen Studenten im Santa Monica College am Zahlreichsten vertreten sind:
- China
- Korea
- Japan
- Schweden
Was Schweden in Südostasien zu tun hat, ist mir immer noch ein Rätsel..
Englisch-Skills und Einstufungstests
Wie auch immer; diese Klasse ist arbeitsmässig ein schlechter Scherz; offiiziell dauert sie anderthalb Stunden, ist aber meist nach 40 Minuten vorbei. Hausaufgaben gibt es 2 innerhalb von 16 Wochen. Die Professorin ist super jung, super sexy und super gmiadlich – und wir werden im Pensionistentempo auf das amerikanisce höhere Bildungssystem vorbereitet. Verständlich: Viele meiner Klassenkollegen belegen ESL-Klassen (nicht Esel-Klassen, sondern English as Second Language) – und deren Englisch braucht eben noch etwas Praxis.
Ich, arroganter Hietzinger von Geburt an (der englische Wikipedia-Eintrag kann sich sehen lassen), habe mich damals beim Englisch-Einstufungstest unter die Amerikaner geschummet, anstatt den “einfacheren” Englischtest für internationale Studenten zu belegen – und es in die höchstmögliche Klasse geschafft. Nur mal so nebenbei, zum Rumprotzen.

Unsere farbenfrohe Internationale Studenten-Klasse am Santa Monica College.
Klassenauslastung, Wochenstunden und Kosten
Um als F1-Visa Student in den USA bleiben zu dürfen – sprich den Visastatuten zu entsprechen – muss man mindestens 12 Units belegen. Als Faustregel gilt: Eine Unit entspricht in einem Semesterkurs (Dauer: 16 Wochen) etwa einer Wochenstunde am Campus und einer Wochenstunde Hausaufgaben. Die meisten Klassen haben drei Units, sprich, drei Wochenstunden am Campus und drei Stunden Hausaufgaben pro Woche. In der Sommer- und Wintersession (das Ferienparadies direkt vor Ort, Pause machen ist für Weicheier), die jeweils etwa 8 Wochen lang sind, wird jeder Kurs komprimiert unterrichtet und die Wochenstunden verdoppeln sich.
Laut der Admissions-Website für internationale Studenten sind die Kosten wie folgt:
Tuition and fees per individual semester/session beginning Fall 2009 are as follows:
Non-resident Tuition
$ 221 per unit
Enrollment Fee
$ 26 per unit
SMC Health Fee
$ 14 per semester ($11 per Winter or Summer session)
Student Association Fee
$ 19 per semester/session
Student Identification Card
$ 13 per semester/session
Health Insurance Policy
$ 390 coverage for one semester and one session
Intensive English Program
$ 2,500 Fall 2009
Intensive English Program
$ 1,100 Winter 2010
Intensive English Program
$ 2,750 for Spring 2010 and Fall 2010
Intensive English Program
$ 1,500 Summer 2010
Tuition and fees per individual semester/session beginning Fall 2009 are as follows:
| Non-resident Tuition | $ 221 per unit |
| Enrollment Fee | $ 26 per unit |
| SMC Health Fee | $ 14 per semester ($11 per Winter or Summer session) |
| Student Association Fee | $ 19 per semester/session |
| Student Identification Card | $ 13 per semester/session |
| Health Insurance Policy | $ 390 coverage for one semester and one session |
| Intensive English Program | $ 2,500 Fall 2009 |
| Intensive English Program | $ 1,100 Winter 2010 |
| Intensive English Program | $ 2,750 for Spring 2010 and Fall 2010 |
| Intensive English Program | $ 1,500 Summer 2010 |
Im Klartext heisst das pro Unit: 26$ wenn man Kalifornier ist, 247$ pro Unit wenn man internationaler Student ist. Ich habe gerade 16 Units im Herbstsemester (was so gut wie das Maximum ist) – sprich, meine Bildung für dieses Semester kostet 3952$.
Dazu kommt noch eine verpflichtende, aber sehr billige, amerikanische Gesundheitsversicherung (die teils über das College selbst läuft).

Bei einer der Präsentationen: Zur Linken zwei Damen, die für eine Universität in Nordkalifornien arbeiten. In der Mitte unsere Professorin, zur Rechten die Leiterin der Immigrationsbehörde des SMC. Man bemerke die "Skittles"-Box in der Mitte; wird werden als Belohnung fürs Aufpassen mit Süssigkeiten versorgt.
Schnitzeljagden für uns Asiaten und Möchtegern-Asiaten
Über den Verlauf unserer Klasse lernen wir immer mehr und werden ins College-Leben eingebunden. Uns werden Clubs vorgestellt (wie etwa der Filmclub), wir bekommen Prospekte mit Campus-Veranstaltungen, und werden wie kleine Prinzessinnen mit Information gefüttert.
Wenn ich meine, wie Prinzessinnen, dann meine ich WIE PRINZESSINNEN. Wir müssen in einer Klasse den Campus per To-Find-Out Schnitzeljagdliste erkunden und in verschiedene Servicestationen (Gesundheitscenter, Welcomecenter, International Education Center etc.) hineinmarschieren.
Wir bekommen Besuch von einer Universität in einer anderen Stunde und werden über unsere Transfermöglichkeiten unterrichtet. In wieder einer anderen werden wir über unsere Möglichkeiten der Gesundheitsversicherung unterrichtet und erfahren wie wir jegliche Sexuellen Harrassment-Delikte melden können.
Und all diese Nettigkeiten, nur weil wir zehn mal mehr als alle anderen Studenten zahlen! Jippie!
Related posts:
Also eine Schnitzeljagd über den Campus und zum Teil auch durch die Stadt wird an vielen deutschen Unis und Hochschulen auch durchgeführt, um den vielen jungen Studenten die Stadt und Umgebung näher zu bringen. Die meisten kommen nicht aus dem Ort und sind erst einige Tage vorher dort eingetroffen.
Also wird das (meistens vom Fakultätrat oder Studentenvertretung) organisiert, damit sich die Studenten nicht gleich in der ersten Woche verlaufen, sondern eine Überblick erhalten. Übrigens ist das hier kostenlos.
Das mit dem vielen Geld bezahlen finde ich schon echt krass, aber schließlich müssen Deine Poster auch irgendwie bezahlt werden.
@macray: und was ist mit den Studiengeühren?
die gibt es nicht überall. Nur will keiner (oder zumindestens nur ganz wenige) von den ganzen verwöhnten Schnöseln in den Osten, weil Sie nicht wissen, was Ihnen entgeht.
Signed, schöne Grüße aus Zwickau
Grüße aus Dresden zurück!
macray, auch Stefan genannt
..ja der Osten, mir fehlt er auch
. Nein ehrlich, seit dem ich in Stuttgart lebe kann ich macrays Aussage nur bestätigen.
@Toby: du schaffst es noch das ich auch zu den Amis gehe.In deinem Blog klingt das alles so sympatisch, mal abgesehen von den Preisen.
Gruß
@macray: Dann wirds ja richig verwirrent wenn Tobi mal Stefan aus Sachsen sagt