Whirlpool und billige Freiheit in Big Bear

Big Bear ist ein Touristenort nahe Los Angeles – mit etwa zweieinhalb Stunden Fahrzeit begibt man sich aus der Endlosen Grossstadt in ein kleines, verscheites  Bergdorf. Nadelbäume ersetzen die parasitenartigen Palmen der LA Skyline, und statt blankgeputzter SUVs dröhnen schmutzige Pickuptrucks und Allrad-Antriebe durch Big Bear.

Eines Wochenendes entschliesse ich mich spontan, nach Big Bear zu gehen. Es soll billig sein, und ich setze mir in den Kopf, auf eine Hütte mit Whirlpool zu gehen. Nach endlosen Facebook-Gechatte und unspontanen Freunden finde ich endlich eine Gruppe, die gross genug ist, um die Gesamtkosten billig zu machen. Lorena, Hiroki, dessen Freundin Mako, Yusuke (ein Japaner und Bekannter von Hiroki und mir) sowie Ariel (ein Mitstudent aus meiner Philosophie-/ Ethikklasse) und ich sind das Big Bear Dream Team. Für nur zwei Tage, Samstag und Sonntag, machen wir uns auf den Weg. Lorena und ich in meinem Firebird (mit der Hoffnung, nicht zu überhitzen, so wie damals in der Wüste), der Rest der Bagage in Yusuke’s Auto.

Die Hütte habe ich online gebucht, und sie sieht verflucht dreckig und heruntergekommen aus – davon erzähle ich dem Rest des Teams allerdings nichts … ich will schliesslich in meinen Berghütten-Whirlpool springen, denn eine Pause habe ich und der Rest der unwissenden Bagage gehörig verdient. Wenn ich mich an faulenzende Studenten in Österreich erinnere, kann ich als hart arbeitender US-Student nur lächeln. Naja, zugegebenermassen sind die Klassen hier am Santa Monica College auch nicht sonderlich schwierig… eher zeitaufwändig.

Genug gesudert – das ist Big Bear:

So etwas gibt es nur in Kalifornien - Dattelpalme und Bruder Schneeberg auf einem Stückchen Landmasse.

So etwas gibt es nur in Kalifornien - Dattelpalme und Bruder Schneeberg auf einem Stückchen Landmasse.

Selbstverständlich raucht mir der Motor bei konstanten 3000 Umdrehungen pro Minute fast ab. Als alles um mich herum grau wird, stelle ich fest, dass es sich nicht um Bodennebel, sondern Hodenhebel handelt: Angebranntes Motoröl ist echt entmännlichend. Hoffentlich sind es nur Rückstände, die in Rauch aufgegangen sind - und kein tatsächlichh benutztes Motoröl - sonst hätte der Motor nämlich ein Leck.

Selbstverständlich raucht mir der Motor bei konstanten 3000 Umdrehungen pro Minute fast ab. Als alles um mich herum grau wird, stelle ich fest, dass es sich nicht um Bodennebel, sondern Hodenhebel handelt: Angebranntes Motoröl ist echt entmännlichend. Hoffentlich sind es nur Rückstände, die in Rauch aufgegangen sind - und kein tatsächlichh benutztes Motoröl - sonst hätte der Motor nämlich ein Leck.

Während ich entspannt und mit grauen Haaren den Motor abkühlen lasse, kleckert sich Lorena mit einem frisch gekauften, halben Kilo Erdbeeren die ebenfalls frisch gekaufte, weisse Hose an. Solche Pausen sorgen immer für Vergnügen...

Während ich entspannt und mit grauen Haaren den Motor abkühlen lasse, kleckert sich Lorena mit einem frisch gekauften, halben Kilo Erdbeeren die ebenfalls frisch gekaufte, weisse Hose an. Solche Pausen sorgen immer für Vergnügen...

Das Wohnzimmer in Big Bear - ein Prunkraum der Bergidylle. Selbst "Godzilla" auf VHS fehlt nicht.

Das Wohnzimmer in Big Bear - ein Prunkraum der Bergidylle. Selbst "Godzilla" auf VHS fehlt nicht.

Von aussen sieht das Häuschen allerdings wie ein vermodertes Stück Kacke aus - deshalb habe ich wohl so wenig dafür bezahlt.

Von aussen sieht das Häuschen allerdings wie ein vermodertes Stück Kacke aus - deshalb habe ich wohl so wenig dafür bezahlt.

Der Seitentrakt unserer Villa vom hauseigenen Grossparkplatz aus gesehen. Die Terasse lädt zum Herunterpieseln ein.

Der Seitentrakt unserer Villa vom hauseigenen Grossparkplatz aus gesehen. Die Terasse lädt zum Herunterpieseln ein.

Lecker lecker tochen - es wird gegrillt, was das Zeug hält. Naja, zuerst musste ich mich für 45 Minuten herumspielen, bis ich auch nur halbwegs anständig glühende Kohlle erzeugen konnte. Meine pfadfinderischen Fähigkeiten scheinen verdunstet zu sein...

Lecker lecker tochen - es wird gegrillt, was das Zeug hält. Naja, zuerst musste ich mich für 45 Minuten herumspielen, bis ich auch nur halbwegs anständig glühende Kohlle erzeugen konnte. Meine pfadfinderischen Fähigkeiten scheinen verdunstet zu sein...

Beim gemütlichen Plantschen im Herzstück des Hauses - das 24-Stunden Privatjaccuzzi auf der Terasse. Ich verbringe 90% meines Aufenthalts in diesem Ding, habe ich mir nach den harten Studientagen auch schwer verdient.

Beim gemütlichen Plantschen im Herzstück des Hauses - das 24-Stunden Privatjaccuzzi auf der Terasse. Ich verbringe 90% meines Aufenthalts in diesem Ding, habe ich mir nach den harten Studientagen auch schwer verdient. Bloss Yusuke und Ariel bevorzugen es lieber, das Internet auszunutzen und während unseren Badeabenteuern Youtube-Videos zu gucken.

Beim Verlassen von Big Bear führt die Strasse nicht mehr durch grüne Berge, sondern eine bezaubernde Schneelandschaft.

Beim Verlassen von Big Bear führt die Strasse nicht mehr durch grüne Berge, sondern eine bezaubernde Schneelandschaft.

Die Ausblicke auf der westlichen Rückfahrtsstrecke sind beeindruckend - gut, dass wir bei Hin- und Rückweg jeweils eine anderen Route gewählt haben.

Die Ausblicke auf der westlichen Rückfahrtsstrecke sind beeindruckend - gut, dass wir bei Hin- und Rückweg jeweils eine anderen Route gewählt haben.

About the Author

Tobias Deml is an Austrian Filmmaker and Visual Artist. 2012 Cinematography Reel: http://vimeo.com/53973421 Tobias Deml ist ein österreichischer Filmstudent und Möchtegernregisseur in Los Angeles. Er arbeitet derzeit als Kameramann in Los Angeles und popelt in seiner Nase.