Vor drei Jahren konnte ich:
- Mich für das amerikanische Heer melden und mich im Irak erschiessen lassen
- Die Todesstrafe bekommen
- Ein Pornodarsteller werden
Jetzt darf ich:
- Alkohol trinken
Amerika ist das Land der Widersprüche und Gegensätze. Obwohl sowieso jeder dritte 16-jährige hier eine FakeID hat und sich gelegentlich auf Hausparties umhackt, ist es mir nun endlich gestattet, 100% legal Alkohol zu kaufen und zu konsumieren. Auch wenn ich mich wenig um das Besaufen schere, so ist es doch ein Freudentag. Speziell, als ich aus meinem Haus marschiere, auf dem Weg zur Yogaklasse, und eine süsse Überraschung zu Gesicht bekomme:
Lorena musste das wohl um 6 Uhr morgens hingekritzelt haben. Damit nicht genug – sie schenkt mir eine Yogamatte (bisher habe ich nur Handtücher verwendet) – und als ich sie aufrolle, steht “HAPPY 21st” in Krepppapier darauf. Nach drei zähen Stunden Yoga (Yoga ist generell etwas zäh) setzen wir uns in Lorenas Auto – aber anstatt heimzufahren, dröhnen wir die Küste entlang gen Norden – in Richtung Malibu. Lorena hat einen Plan mit sich, dank Orientierungsverlust muss ich die pfadfinderische Führung übernehmen – selbstverständlich ohne auf die Überschrift beim Ziel zu lugen. Nach dem Einbiegen in einen kleinen Parkplatz und kurzer Betonmeilenwanderung begeben wir uns in einen idyllischen, niedrigen Wald, auf einem Trampelpfad an dem sich ein Bächlein entlangwindet.
Wie im Märchen eben. Am Ende des Pfades liegt ein idyllischer Wasserfall. Ein Blick auf Lorenas Karte verrät, dass es noch einen grösseren Wasserfall geben muss. Wir beginnen, steile Trampelpfade mit allerlei Abzweigungen hinaufzuklettern. Lorena ist sich beinahe schon sicher, dass dieser Wasserfall der grosse Wasserfall war, ich sage “wait here!” und husche über eine Klippe das Bächlein entlang. Und tatsächlich – nach zwei Minuten lockerem Laufen entdecke ich einen Teich, der von einem 20m hohen Wasserfall gespeist wird. Da kann man sogar baden…!

Beim Muskelstählen im Pool des grossen Wasserfalls. Meine Boxershort dokumentiert die mögliche Folge der Entblössung: "Monopoly - you are arrested."

Lorena beim todesmutigen Herabklettern. Ganz ohne Kreischen geht das bei Mädchen nicht, sie hält sich wacker.
Kaum kommen wir am frühen Abend zurück nach LA, beginnt für mich ein kleiner Einschub an Freelance-Arbeit, während Lorena mein Zimmer und das ganze Apartment dekoriert. Kaum versehen wir es uns, trudeln um die fünfzehn Gäste ein, inklusive Hiroki, Josh, Filmclub-Freunde und Leuten, die ich nich nie gesehen habe. Auch dabei: Andi, ein Freund aus Österreich, den ich vor Jahren in der Elmayer-Tanzschule kennengelernt hatte und der, wie der Zufall es will, nach LA kommt um nach dem Rechten zu sehen. Schliesslich studiert er jetzt ja auch Jus.

Lorena, ein Studienkollege aus LA, ich und der Gedenkdiener Manuel Rusch, der beinahe schon wieder zurück in Österreich ist.

Lorena's speziell handdekorierte, handgebackene Muffins auf der linken Seite - Josh (ein Mitstudent und Filmemacher) auf der rechten Seite.

Gut, dass ich meinen Cowboyhut habe, so bemerkt man die Kriegsbemalung aus Muffin-Frosting gar nicht mehr.

Die Mädels beim komplett erfolglosen Versuch, in den naheliegenden Stripclub "Fantasy Island" eingelassen zu werden.

Während die Mädels den Stripclub aufsuchen, stellt sich eine Pornomania in meinem Schlafzimmer ein. Wie hier gezeigt, wurden wir zu ein paar Klassikern ebenfalls nicht zugelassen.

Andi aus der Tanzschule erklärt mir alles über Haarwuchsmittel - zwecklos, denn meine Tonsur ist eine Modeerscheinung.

Hackefett (hagge-feth): Sich in der Nacht umhacken, am Morgen fett herumdösen. Trotzdem stehen wir alle um ca. 8:00 auf.
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du alter freizeit alkoholiker ..