Kaum ist der Sommer vorbei und ich aus Österreich entfleucht, zurück in die USA, kommt Österreich zu Besuch – und zwar in Form von zwei zerzausten Gestalten bzw. Freunden aus dem Gymnasium: Andi und Claudius.
Die beiden haben sich einen Videoblog eingerichtet, der mit seinen ca. 40 (fleissig!) Einträgen hier erreicht werden kann:
Blog von Andi und Claudius, den zwei Organspendern
Die zwei kommen Tage früher als ich an, da ich dank meiner Unpünktlichkeit, subdank der deutschen Bahn, in Bremen festsitze. Als ich sie dann endlich in meinem bescheidenen Apartment mit amerikanischem Teppichboden begrüssen kann, erzählen sie mir von grausamen Begebenheiten – denn sie haben drei Tage in LA ohne Auto oder fahrbahren Untersitz verbracht, und alleine Geldabheben dauert mindestens drei Stunden. Die beiden sind schwer gezeichnet, nur mein unaufgeräumtes Zimmer kann sie aufheitern.
Craigslist und der ganze Kram
Die beiden beobachtend, denke ich zurück als ich hier zum Ersten Mal ankam. Craigslist zum Autofinden (in Andi’s und Claudius’ Fall, ein Motorrad), Herumgurken durch die Strassen um Bankverbindungen einzurichten, ausgelaugte Beine nach dem ewigen Umherlatschen und schnelle Erkenntnis, dass der öffentliche Transport in LA scheisse ist.
Die zwei finden vergleichsweise schnell ein Motorrad – und zwar noch, bevor ich in LA ankomme. Früh übt sich – das Motorrad hat zwar Schwierigkeiten, beim Bremsen nicht abzusterben, aber es sieht auf jeden Fall voll cool aus, und das ist wirklich das Einzige, was zählt!
Und jetzt haben sie sich in meinem Zimmer eingenistet, ganz dezent die Couch so getarnt, dass sie unsichtbar wird – da wäre Houdini echt neidisch. Der Teppichboden verwandelt sich in eine Feldkaserne und Testosteron bedroht uns zu ertränken. Des Abends komme ich heim und die zwei sitzen ganz gemütlich zwischen einer Armee von Bierdosen im Wohnzimmer gemeinsam mit meinem neuen Roommate Kaila. Solches Hopfenstopfen lässt mein Herz vor Heimweh dahinschmelzen, denn in LA sind Saufereien eher selten – hier begnügt man sich mit Gruppenbotox-Einspritzungen, einem erfrischenden Solariummarathon oder einer Bräunungscreme-Dusche.
Burning Man – und einer bleibt daheim
Die zwei cleveren Herren aus dem Österland beschliessen, dass das amerikanische Motorrad mindestens so eine Schrottmühle wie mein Pontiac Firebird ist, mieten sie sich einen gemütlichen Nissan Sentra und machen sich in Minikarawane – Motorrad voraus – auf den Weg in den Norden. Ich bleibe weinend zurück, denn ich muss auf die Uni gehen und kann nicht mit zum Burning Man. Die beiden dokumentieren fleissig ihre seltsamen Erlebnisse auf dem Weg zu, auf, und auf dem Weg zurück von Burning Man. Dabei geht es durch Nordkalifornien, Nevada und Arizona – Las Vegas kann genausowenig fehlen wie stundenlange Wüstenfahrten.
Wochen später wieder in LA gelandet, haben die beiden genug von brennenden Holzpennern, Sandstürmen und geilen Leuchtautos, verschanzen ihr Gepäck wieder in den Krümeln des Teppichboden, kaufen sich ein paar hundert Bier und zelebrieren halb sonnenverbrannt wahre österreichische Kultur bereits vor ihrer nahe anstehenden Heimreise. Nur wenige Tage vor dem Flug verkaufen sie das Motorrad dann auch noch an zwei alte, amerikanische Lesben und verpfeifen sich ganz klammheimlich zurück in die schönste Stadt der Welt: Wien. (nichts für ungut, meine deutschländischen Kollechen und werten Leser, aber Wien ist einfach … anders.)
Zuletzt noch einmal ein Link zum kompletten Videoblog der beiden: http://andiclaudusa2010.blogspot.com
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Also gekochte Schnitzel würde ich nie haben wollen. Wenn die allerdings gebraten sind, oder fritiert, dann lässt sich darüber gerne verhandeln.
Hab grad ihn ihrem Blog gesehen dass sie die Nummerntaferln abmontiert und als gestohlen gemeldet haben damit sie sie behalten können. Kommt man mit denen denn so einfach durch den Zoll bzw Security Check?
Das weiss ich nicht genau
…da musst du dich bei den Jungs erkundigen (ich werds weiterleiten
@Macray: Gekocht ist es einfach viel schmatziger!