Terminated, Tag 3: Stunt, Polizei, Feuerwehr und Drehschluss

Kaum wache ich auf, stolpere ich über übernachtende Crewmitglieder.

Kaum wache ich auf, stolpere ich über übernachtende Crewmitglieder.

Ich wache auf. Wieder, 6 Uhr früh, diesmal ein ganz komischer Traum; Lorena und ich schlafen in meinem Zimmer während Darrel hereinkommt; Hiroki sitzt auf das Bett und bewegt die Kamera in einem langsamen Trackingshot. Jedes Mal, wenn Darrel hereinkommt, bewegt sich Lorena im Schlaf, und ich schubse sie, sage ihr, dass sie stillhalten soll, weil der Shot sonst nicht funktioniert. Der Film spielt nur während des Tages, und hat nichts mit Lorena oder mir zu tun… ganz seltsam. Naja, schnell aufgestanden, die anderen Schlafmützen mobilisiert, und zurück geht’s zum Public Works Building. Diesmal haben wir keine Requisiten dabei, denn alles ist bereits vor Ort; lediglich unsere Ausrüstungen sind vonnöten. Mikel, der Stuntman, trifft ganz früh ein, und der erste Shot wird ordentlich kompliziert werden. Lorena kommt mit dem leckeren Frühstück an, dann Bruce: Den brauchen wir jetzt, und zwar so schnell wie möglich. Er wird eine längere Makeup-Phase vor der nächsten Szene brauchen, daher sollten wir so schnell wie möglich mit der ersten Szene fertig werden.

Frühmorgendliche Stuntszene, Teil 1

Ich verhandle mit Mikel, wie illegal er seine Stuntszene fahren soll; meinen Wünschen nach sollte er meinen Pontiac Firebird ganz nahe am Gehsteig vorbeifahren, dann in der Mitte der Kreuzug quietschend anhalten und dort für etwa 20 Sekunden ausharren, dann abhauen. Er würde liebe ca. 2 Meter Abstand zum Gehsteig lassen, nach der Kreuzug stehenbleiben, und dann abhauen.

Wir müssen folgendes filmen: Mr. Wilson verlässt das Gebäude, redet am Handy, betritt die Strasse, und ein gelber Pontiac Firebird fährt mit hoher Geschwindigkeit ganz knapp an ihm vorbei, macht eine Vollbremsung und begeht dann Fahrerflucht.

Nach ein wenig Verhandlung finden wir einen Kompromiss, der Rest der Crew ist bereit, Yonatan verständigt sich mit Jonathan, der nun die Rolle des Assistant Directors übernommen hat; Mustafa kann heute nicht kommen. Gemeinsam mit Jonathan weise ich den nun eingetroffenen und recht durchgefütterten Extras ihre Plätze zu – manche davon fast einen Häuserblock weiter, mit der Anweisung, in Richtung Action zu gehen. Extras, oder Statisten, sind essentiell wenn man eine Szene belebt und natürlich aussehen lassen will – der Mangel an Komparsen ist ein häufiger Fehler an Studenten- oder Amateurfilmen und lässt solche “billig” aussehen. Je mehr Komparsen, desto besser – speziell in meinem Fall brauche ich sie unbedingt.
Es dauert dann doch noch eine ganze Weile, bis alle fertig sind; ich realisiere, dass die Mutter mit Kindern von gestern heute nicht aufgetaucht ist (ich hab wohl vergessen, sie darum zu bitten) und ich ein Filmelement nicht benutzen kann. Shit, der rote Ballon … naja, kann man nichts machen. Mikel setzt sich in den Firebird, wir sind drehbereit. Der Feuervogel mag allerdings nicht anspringen; seit meinem Urlaub in Europa im Sommer haben sich mein Roommate Ryu und mein Kumpel Hiroki “fürsorglich um mein Auto gekümmert”, und dabei versehentlich das Lenkrad etwas zugerichtet, sodass die Zündung jetzt nur reagiert, wenn das Lenkrad mit dem Ellbogen nach unten gedrückt wird.
Da es meine Karre ist, springe ich schnell hinein, lasse den Wagen an, und es kann losgehen. Die Komparsen sind bereit, Jonathan und Yonatan kommunizieren über Walkie-Talkie (keine Ahnung wo sie das herhaben), Hiroki und Leland – Kamera und Sound – sind drehklar, die Ampelphase erreicht den richtigen Moment – “AAAAND ACTION!”, brülle ich.

Der gelbe Pontiac Firebird kurz vor seinem Einsatz.

Der gelbe Pontiac Firebird kurz vor seinem Einsatz.

Kochender Firebird zur Abwechslung

Bruce kommt aus dem Gebäude, redet am Telefon wie ich es ihm morgens vermittelt habe, geht auf die Strasse zu, sieht auf die Ampel zu seiner Linken… und WROOOOM, der Firebird rast an ihm vorbei und  bleibt quietschend und mit ausbrechendem Heck am anderen Ende der Kreuzung stehen. Hiroki lässt die Kamera ein paar Sekunden auf dem Wagen mit den qualmenden Reifen, dann rennt er gemeinsam mit Teruaki über die Strasse. “AAAAND CUT!”
Perfekt, alles hat schön geklappt – dann können wir es jetzt ja schön noch ein paar Male schiessen. Während wir wegen Ampelzeiten herumdiskutieren und Mikel mir erzählt, wie scheisse und gefährlich die Lenkung von meinem Wagen ist, steigt die Temperatur im Firebird-Motor. Das Szenen-Reset dauert etwas länger, wir verpassen eine Ampelphase, schiessen einen weiteren Take, und ein paar Minuten später schaue ich noch einmal bei Mikel vorbei um sicherzugehen, dass der Wagen eh in Ordnung ist. “Scheisse Mikel, voll überhitzt!” – das Überhitzen bei Stillstand des Wagens ist mir bereits aus der Wüste bekannt. Der einzige Unterschied ist hier, dass 25 andere Leute auf mich warten, und ich nicht irgendwie doof herumfummeln sollte. Jetzt bleibt mir keine andere Wahl, denn ohne Auto gibt es keinen Film; eine Säule an dampfendem Kühlwasser steigt mir ins Gesicht, und ich vermittle den Komparsen, sich für eine Weile zu entspannen.

Mit einem alten Pulli greife ich den Deckel des kochend heissen Kühlwassers an und schraube ihn los – in der Wiener Fahrschule hätte man mich gelyncht, aber in Amerika muss man mit solchen Drecksautos einfach Hobbymechaniker ohne Angst und doppelten Boden werden. Wir müssen locker 10-15 Minuten auf den Wagen warten, was uns wertvolle Zeit kostet. Vorsichtshalber – im Falle einer fortlaufenden Panne – delegiere ich Jonathan, seinen Wagen  herüberzufahren, um ihn als Backup bereitstehen zu haben. Auf der anderen Strassenseite stehen seit ein paar Minuten ein paar Leute, die uns interessiert zusehen; eine Gruppe von ca. 20 Leuten, die neben einem dampfenden Wagen stehen kann nur Unheil bedeuten, und Unheil ist immer interessant.

Nachdem der Firebird fertig geraucht hat – jetzt ist wirklich gar kein Kühlwasser mehr übrig – schmeissen wir Mikel wieder zurück in den Wagen, reset, uuund ACTION!
Bruce bewegt sich, die Crew geht mit, ich laufe nebenher, und alles funktioniert. Noch ein letztes Take zur Sicherheit, und dann wird Bruce mit dem Makeup-Artist Marianna nach oben in das Grossraumbüro geschickt – für eine wundervolle Verwandlung. Der verschmuddelte Anzug, den die Kostümdesignerin Bryn gestern Nacht mit ihrem Auto mehrmals überfahren und mit einer Käseraspel komplett zerstört hat (Bruce hat ihn für 20$ in einem Goodwill-Laden gekauft), kann jetzt endlich zum Einsatz kommen.

Ich gemeinsam mit Yonatan, Mikel und meinem rauchenden Firebird - das wirft uns in unserem Zeitplan nach hinten, scheisse.

Ich gemeinsam mit Yonatan, Mikel und meinem rauchenden Firebird - das wirft uns in unserem Zeitplan nach hinten, scheisse.

Teil 2 der Stuntszene – Polizei und Feuerwehr inklusive

Während alle noch einmal fest frühstücken, trommle ich meine Komparsen zusammen und erkläre ihnen den Ablauf der Szene; zuerst wird Hiroki auf der einen Strassenseite starten, dann zum Firebird auf der anderen Strassenseite laufen – über vier Fahrspuren hinweg – in der Zwischenzeit werden sich die Extras dem Stunt auf der Strasse nähern. Die Kamera wird dann – hoffentlich haben wir dann noch grüne Ampel – langsam auf die Gruppe von Schaulustigen Extras nähern, Gerhard wird ins Spiel kommen, und die Szene ist nach einem kurzen Monolog vorbei.

Hört sich ja bis auf das Strassen-überqueren auch ganz einfach an – als dann Marianna mit dem fertig geschminkten Bruce allerdings aus dem Gebäude kommt, dieser sich in den Parkstreifen der 112. Strasse legt und wir den von mir mitgebrachten Johannsibeerensaft auf der Strasse vergiessen und Marianna ihr Kunstblut ergänzt, haben wir zwei Probleme:

  1. Wir blockieren jetzt mit der Hälfte von Bruce und ca. 10 Komparsen die 12. Strasse, eine Einbahnstrasse mit mittelviel Verkehr
  2. Wir haben eine unglaublich realistisch aussehende Gewaltszene in der Öffentlichkeit dargestellt, und auf der gegenüberliegenden Strassenseite versammeln sich langsam eine Traube von ca. 20 echten Schaulustigen. Lorena ruft ihnen in Spanisch zu – die meisten sind Mittel- und Südamerikanischer Herkunft – doch niemand will sich zu uns dazugesellen, vielleicht haben wir ja gerade einen Mann gelyncht?

Bisher hat mir jeder alle Entscheidungen überlassen, aber lustigerweise genau hier will jeder seine Meinung kundtun. “The juice should be here and here!”, “I think he should lie with his head here”, usw. – ich sortiere dann den Input meines Teams in brauchbar und unbrauchbar, und Marianna macht einen fabelhaften Job an der Umsetzung. Sieht echt echt aus, die Szene. Also, jetzt müssen wir aber echt schnell loslegen, die Schaulustigen gegenüber von uns sehen ernsthaft besorgt aus, und wir wollen ja in keine Schwierigkeiten kommen.

Hiroki und Teruaki beim Filmen der letzten Szene des Films.

Hiroki und Teruaki beim Filmen der letzten Szene des Films.

Erster Take, Mikel ist im Wagen und wartet, Hiroki drückt den Aufnahmebutton, alle Extras wissen so halbwegs was sie zu tun haben, die Ampel schaltet zu unseren Gunsten … AAAAND ACTION!
Der Firebird stoppt auf der anderen Seite, Hiroki läuft über die Strasse, filmt, geht langsam zurück, die Ampel schaltet auf rot, ich und Yonatan blockieren den Verkehr, Mizuki und Jonathan halten Ausschau nach der Polizei – was wir hier tun, ist total illegal. Beim zweiten Take kommt dann tatsächlich ein Wagen der LAPD und bleibt mitten im Broadway Blvd. stehen, direkt während wir im Take sind. Hiroki bricht die Aufnahme ab, der Polizist ruft uns zu.
“Hey, what are you guys doing? Do you need an ambulance? What happened?”
Yonatan, der Produzent, schiesst los, bevor ich noch mein übliches, betretenes “Äääh…” loswerden kann:
“It’s a student film. Everything fake, everything under control.”
“Do you have a permit?!”, ruft die Polizei zurück. Zwei Officers sitzen im Wagen.
“Yes, we have a permit for the building and a permit for the street. Everything under control, it’s a student film, we’ll be done in five minutes, thank you.”, sagt Yonatan, dreht der Polizei den Rücken zu und marschiert zurück zu uns.
“Haha, alright, looks really real, good luck!”, lacht der Polizeibeamte hinterher und die LAPD fährt ab.

Ja heilige Scheisse, mein Produzent hat gerade eben meinen Arsch gerettet. Denn, so stelle ich mir das zumindest vor, ein echter Produzent mit einem echten Permit würde sich auch kurz halten und der Polizei dann den Rücken kehren – selbstverständlich haben wir kein Permit für die Strasse; zwar eines für das Gebäude, aber nichts für die Strasse. Hätten wir die Szene legal organisiert, hätte ich zwei Polizeibeamte zu je ca. 400$ anstellen muessen, damit die den Verkehr regeln. Wie schon im Post des letzten Locationscoutings erwähnt, hat mir ein professioneller Locationmanager empfohlen, mich an den Parkstreifen zu halten, um die Einwirkung auf den Verkehr und die mögliche Strafe zu minimieren.

So sieht die Polizei uns auf der Strasse filmen - natürlich ohne Genehmigung und doppelten Boden, aber dafür hat man ja einen dreisten Produzenten.

So sieht die Polizei uns auf der Strasse filmen - natürlich ohne Genehmigung und doppelten Boden, aber dafür hat man ja einen dreisten Produzenten.

Also gut, nächstes Take, jetzt kanns wirklich nicht mehr schlimmer werden … denkste. Neben meinen langsam an den Tatort heranschreitenden Extras rollen schon seit ein paar Minuten die Autos auf der 12. Strasse ganz langsam vorbei, wahrscheinlich aus Schaulust – viele von ihnen sehen die kleine 7D-Kamera und den Boompole meines Soundmanns nicht, und rätseln wahrscheinlich, was hier passiert ist. Beim nächsten Take, gerade als Hiroki langsam die Strasse wieder überquert und die Ampel zu blinken beginnt, höre ich eine Sirene in der Distanz und denke mir “Grossartig, das passt sogar zur Szene! Wir haben hier einen Notfall und die Rettung ist schon am Weg.”
Ein Blick auf Broadway, nördlich, zeigt dass ein paar Blocks weiter ein paar Polizei- und Feuerwehrautos stehen, wahrscheinlich ein fetter Unfall, und dorthin ist auch diese Sirene unterwegs. Südlich von uns biegt ein riesiges Feuerwehrauto auf Broadway ein, mit vollem Karacho, wahrscheinlich um den kleineren Feuerwehrwägen weiter nördlich auszuhelfen. “Hiroki, get the fire truck! Get the fire truck!”, schreie ich. Üblicherweise würde das die Audioaufnahme der Szene versauen, aber hier gibt es keinen Dialog oder spezielle Sounds, die ich unterbreche – also kann ich gern mal dazwischen brüllen. Hiroki filmt den heranrasenden Feuerwehrwagen, und für eine Sekunde sieht es so aus, als würde er mit seiner brüllend lauten Sirene vorbeirasen – doch dann gibt der riesige Wagen den Endton der Sirene ab, bremst ab, fährt auf die Gegenfahrbahn von Broadway, zu uns her, und bleibt direkt vor meinem Gesicht stehen.

Jetzt bin ich sowas von geliefert – Tausende Dollar Strafe und anschliessende Deportation

Es ist beinahe ikonisch – ich, der kleine Junge aus Österreich, und vor mir das Monster. Dieser Feuerwehrwagen fühlt sich in dem Moment an wie ein Blackhawk-Helikopter mit Raketen, wie ein mit tiefen Bassgeräuschen atmendes Ungetüm, wie ein Mech-Elefant aus Star-Wars: Bedrohlich wie nichts anderes. Drinnen sitzt ein starr nach vorne blickender Pilot mit fettem Headset und keiner Gnade. Ich hätte in dem Moment echt gerne Windeln gehabt. Scheisse. Scheisse, Scheisse, Scheisse.
Nicht nur, dass ein unnötig gerufener Feuerwehrwagen 1.000$-10.000$ Strafe kostet, sondern auch, dass direkt neben dem Public Works Building eines der Headquarters des Department of Homeland Security ist, inklusive Untergrundtunnel in denen was-weiss-ich abgeht.
Mr. Austria ist diesmal zu weit gegangen, hat echt in den Kübel voll Scheisse gefasst – mein finanzieller Ruin und meine Gefangennahme in das Immigrationsgefängnis mit anschliessender Deportation und 5-10-jähriger Einreisesperre sind zum Greifen nahe. Wenn ich meine Hand aussstrecken würde, könnte ich das Monster an den dampfenden Nüstern streicheln und mein Unheil über mich herabregnen lassen.

Ich laufe um den Wagen herum. Im Wagen sitzen locker 10 Feuerwehrmänner, mehr als die Hälfte sind Notrufsanitäter in grellblau-gelben Uniformen. Die Mädchen am Set rufen ihnen “Hey boys” und “Uuuuh hottttt” zu, während ich meine Hosen bis Fassungskapazität vollgeschissen habe. Yonatan steht an meiner Seite.

“We are SO sorry! We are making a student film here, someone must have called 9-1-1, I am so sorry that you guys came, everything is okay here, he’s fine, it’s all Makeup…” stottere ich vor mich her, während Yonatan ähnliche Botschaften zu den Feuerwehrmännern ruft – er ist etwas entspannter als ich, schliesslich muss er ja nicht Strafe zahlen und deportiert werden. Für eine gefühlte Minute ignoriert mich der Fahrer komplett und starrt einfach geradeaus. Dann legt er seinen Kopf leicht seitlich, hebt sein Headset ein bisschen.
“Someone called us, they said that someone was dead.”
“Yes, yes, I can imagine, it’s all a student film! We are SO sorry!”
Pause. Der Fahrer starrt weiter geradeaus. Eine gefühlte Stunde vergeht, während mir der imaginäre Durchfall am Hosenbein entlangrinnt. Ich bin sowas von geliefert.
“You gotta let people know that you are making a film, you have to tell the people around you. Make sure no one calls us again.”
“Yes yes yess  yess of course of course! We’re so sorry! Thank you!”
“Be safe.”, sagt der Helikopterpilot, setzt sein Headset wieder auf und legt den “Drive”-Gang ein.

Tobias Deml und Yonatan Mallinger beim Entkommen einer Strafe zwischen 1000 und 10.000 Dollar: Einer der vielen Schaulustigen denkt, das wäre alles echt und setzt einen Notruf ab, woraufhin wir es mit der Feuerwehr zu tun bekommen.

Tobias Deml und Yonatan Mallinger beim Entkommen einer Strafe zwischen 1000 und 10.000 Dollar: Einer der vielen Schaulustigen denkt, das wäre alles echt und setzt einen Notruf ab, woraufhin wir es mit der Feuerwehr und Notfallsanitätern zu tun bekommen.

Playing it safe is for Pussies

Es macht BEEOOO-BEEEP, und der gigantische Feuerwehrwagen fährt unter Applaus und Jubelrufen der Mädchen am aufgestockten Verkehr des Broadway vorbei und zieht von dannen. Mein Gott. Ich habe so viel Glück, erst ein Polizeiauto, und jetzt ein 10 Meter langer Feuerwehrtruck, und beide haben mich ohne Strafzettel mit meinem illegalen Guerilla-Filmemachen davonkommen lassen. Werter Leser, was macht nun ein Jungregisseur, der volle persönliche, legale und finanzielle Verantwortung für dieses Projekt hat und vor einer Minute ganz knapp einer riesigen Geldstrafe entkommen ist? Ganz klar – er dreht die Szene noch einmal. Und dann noch einmal, hält dabei einen Bus mit wildem Fuchteln mitten auf der Fahrbahn auf, nur damit Hiroki bei rot die 4-spurige Strasse überqueren kann, Darrel eine grossartige Performance aufs Parkett bringen kann und das perfekte Take im Kasten ist.
“Aaaaand Cut, beautiful, let’s get the fuck out of here! That was absolutely crazy, great job everyone!”, rufe ich, und innerhalb von Minuten ist der Firebird zurück am Parkplatz, das Equipment von dannen getragen und das komplette Team im 5. Stock des Public Works Building. Man isst das von Lorena’s Eltern angelieferte und von mir bezahlte Mittagessen – leckere, mexikanische Burritos.

Ferdinand Spalt, Produktionsdesigner, und Yonatan Malling, Produzent, nach einer recht stressigen Situation beim Entspannen.

Ferdinand Spalt, Produktionsdesigner, und Yonatan Malling, Produzent, nach einer recht stressigen Situation beim Entspannen und Verdauen.

Der Pickel des Übermuts

Dieser Pickel, den ich direkt vor Drehstart auf meiner Wange bekommen hatte, ist kein Zufall - vielmehr eine Konsequenz meiner wahnwitzigen Unternehmung.

Dieser Pickel, den ich direkt vor Drehstart auf meiner Wange bekommen hatte, ist kein Zufall - vielmehr eine Konsequenz meiner wahnwitzigen Unternehmung.

Ich muss schnell aufs Klo, sehe mir nach kurzem Strullen (Stressentlastung) beim Händewaschen hungrig in den Spiegel: Ich bin verschwitzt, und der Pickel auf meiner rechten Wange ist blutrot, fett, beulig wie die Pest und verglichen mit meinem fast aknefreien Gesicht ganz abnormal … den Pickel habe ich jetzt schon seit dem Abend nach unserem grossen Meeting, direkt vor dem ersten Drehtag. Warum, werter Leser, erwähne ich jetzt schon seit drei Artikeln einen Pickel?
Weil es mir in diesem Moment dämmert, was los ist: Dieser Pickel hat nichts mit einer Hautunreinheit zu tun. Dieser Pickel hat mit Übermut zu tun, dieser Pickel ist ein Ausdruck meines Unterbewusstseins, das genau weiss, dass ich mich mit “Terminated” bei weitem übernommen habe. Man hört manchmal von Menschen, die durch Stress ein Magengeschwür entwickeln – in meinem Fall habe ich einen Pickel durch Stress entwickelt. Ehrlichgesagt, als ich “Terminated” konzipiert habe, wusste ich bereits, dass das Projekt “Way ahead of my game” ist – prinzipiell unschaffbar für einen Studentenregisseur meines Kalibers; mit knapp anderthalb Jahren Erfahrung und nur wenigen Regieposten (drei, vier?) an kleinen Kurzfilmprojekten habe ich einfach nicht die Fähigkeiten, ein Projekt wie “Terminated” zu realisieren.

Doch gerade darin liegt das Geheimnis einer steilen Lernkurve – Dinge zu tun, denen man von vornherein nicht gewachsen ist. Jetzt stehe ich da, am Klo, in den Spiegel blickend – wissend, dass das Schlimmste hinter mir liegt und der Film so gut wie abgedreht ist; wissend, dass mein Körper mich mit einem fetten Pickel versetzt hat, weil ich ihn einfach überfordert habe. Und wissen Sie was, werter Leser? Ich grinse in mich hinein.
Dieser Pickel ist ein Andenken daran, dass man Dinge tun kann, zu denen man nicht fähig ist.

Die letzten zwei Szenen sind ein Kinderspiel – und der Stresspegel fällt rapide ab

Zurück im Grossraumbüro unterhalten sich alle aufgeregt – was für ein Morgen. Uns fehlen nur noch zwei Szenen; eine etwas andere Version der Feuerungsszene, und die Lobby-Aufzugsszene von Darrel. Wir essen gemütlich, und wieder kommt dieses Gefühl auf, das ich auf anderen Filmsets vermisse: Gemeinschaft. Leute lachen, zeigen sich gegenseitig Dinge am Set, es ist fast wie eine Gruppe, die sich seit langem kennt, wie eine echte, eingespielte Arbeitsgruppe in einem Grossraumbüro. Mit Yonatan und Jonathan bespreche ich unsere verbleibende Drehzeit, dann bitte ich Hiroki und sein Team darum, die Szene von gestern, in der die Kamera direkt auf Darrel’s Gesicht blickt, 1:1 nachzustellen. Ein paar Klebestreifen haben sich gelöst, Dinge wurden bewegt, also repliziert das Kamerateam jetzt den Shot, basierend auf dem Freeze-Frame, das sie auf Hirokis Computer sehen.

Hiroki adjustiert den Bildausschnitt, um eine Einstellung von gestern zu duplizieren - hier eines der Testfotos, die er geschossen hat.

Hiroki adjustiert den Bildausschnitt, um eine Einstellung von gestern zu duplizieren - hier eines der Testfotos, die er geschossen hat.

Ich bitte Marianna darum, die Krawatte von Bruce n zu reinigen,  die wir dummerweise mit Kunstblut bekleckert haben. Kein Problem für den Makeup-Artist von Terminated, der nach der heutigen Strassenszene wohl das beste Kompliment überhaupt bekommen hat: So ein realistisches Makeup kreiert, dass jemand 9-1-1 gerufen hat. Mit Darrel, Bruce und Heidi bespreche ich die Feuerungsszene, Version zwei: Gestern haben wir eine relativ freudig beginnende Szene gedreht in der Gerhard fast denkt, er würde befördert werden – jetzt ist ein unheilvoller Unterton vonnöten, als ob der Gerhard-Charakter bereits wüsste, was mit ihm geschehen wird. Die drei müssen noch ins Makeup – und Heidi, die Sekretärin, muss strenger aussehen, mit einer anderen Frisur – denn diese Version der Geschichte geschieht in einer Art Paralleluniversum, in der das Schicksal einen anderen Lauf nimmt.

Screengrab aus der Szene im Grossraumbüro - alles ist schön weihnachtlich dekoriert - eine spontane Idee, die ich am Abend vor der ersten Drehtag hatte.

Screengrab aus der Szene im Grossraumbüro - alles ist schön weihnachtlich dekoriert - eine spontane Idee, die ich am Abend vor der ersten Drehtag hatte.

Ferdinand und seinem Team trage ich auf, das Büro spiegelverkehrt anzuordnen, ganz in der Paralleluniversums-Idee; Hiroki wird bei der Aufnahme auch die Seite wechseln und die Lichter bzw. die Kameraführung auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes anordnen – spiegelverkehrt zu dem, was wir gestern hatten. Ausserdem wird Hiroki nun dem Mr. Wilson-Charakter folgen, und Gerhard geht seinen eigenen Weg. Ich bespreche mit den Extras eine leicht geänderte Verhaltensform und improvisiere, indem ich eine riesige Plastikschneeflocke zerstampfe. “Here, you take these broken pieces, it will be a symbol for what just happened in the office”, sage ich zu einem der Komparsen. “Pick it up right in the moment when Mr. Wilson comes by and make sure the camera sees the broken piece frontally.” Makeup ist inzwischen fertig, Heidi sieht sehr viel strenger und konservativer aus, Darrel spielt sich langsam in den Charakter Gerhard wieder ein, Bruce und ich gehen noch einmal seine Bewegungsabläufe durch.

Darrel’s Gesicht sitzt beinahe identisch wie gestern, sogar die Haare stimmen. Darrel ändert seinen Teil des Dialogs während dem ersten Take leicht, was mir gut gefällt (Marke Paralleluniversum), und die Szene ist nach ein paar Anläufen abgedreht. Die letzte Szene ist so simpel und geschieht am Rande des Büros, sodass wir schon mit dem Abbau des Rests beginnen können; vorerst aber noch schnell ein Gruppenfoto der beinahe kompletten Belegschaft von “Terminated”. Eine euphorische Stimmung brennt sich auf den Fotos ein, jeder weiss, dass der Film so gut wie fertig ist.

Heidi Herrmann als "Veronica", in ihrer Bürozelle.

Heidi Herrmann als "Veronica", in ihrer Bürozelle.

Heidi Herrmann und Darrel Cherney in einem Screengrab - man bemerke die nun schief hängende "Hope"-Dekoration.

Heidi Herrmann und Darrel Cherney in einem Screengrab - man bemerke die nun schief hängende "Hope"-Dekoration.

Gruppenfoto: Das unglaubliche Team von "Terminated" - ohne die Motivation und Hingabe all dieser wunderbaren Menschen wäre der Film nie möglich geworden. Bei diesem Film war Teamwork und Freundschaft der entscheidenede Faktor.

Gruppenfoto: Das unglaubliche Team von "Terminated" - ohne die Motivation und Hingabe all dieser wunderbaren Menschen wäre der Film nie möglich geworden. Bei diesem Film war Teamwork und Freundschaft der absolut entscheidenede Faktor.

Die Crew wird nun halbiert – 10 Komparsen gehen mit Jonathan in die Lobby, vier Crewmitglieder kümmern sich um die Kamera; Leland, der Soundmann, muss auf ein anderes Set weiter (kein Problem, denn in dieser Szene gibt es keinen Dialog und das Mikrofon der 7D ist in Innenräumen sehr brauchbar), und der Rest der Crew beginnt, das Set abzubauen und über einen Hinterausgang zum Frachtaufzug zu transportieren. Es tut beinahe weh, dieses echt heimelige Büro in die kahle Bürozellen-Wüste zurückzuverwandeln, die wir anfangs vorgefunden haben.

Screengrab - Darrel Cherney als "Gerhard" in der Aufzugslobby.

Screengrab - Darrel Cherney als "Gerhard" in der Aufzugslobby.

Darrel Cherney in der Lobby des Public Works Building.

Screengrab: Darrel Cherney in der Lobby des Public Works Building.

Während der Abbau im Gange ist, drehen wir die letzte Szene (letzte Szene im Dreh, nicht im Film), bei der Gerhard den Aufzug hinunterfährt und das Gebäude verlässt. Alle Komparsen sind bei der Sache, schliesslich ist das die letzte Szene, und auch hier geht alles glatt über die Bühne; ich versuche dabei, die Bewegungen und Aktionen der Extras so divers wie möglich zu machen bzw. ihre Gehwege abwechslungsreich zu gestalten. In den Aufzug stecke ich zweiNachdem wir ein paar wenige Takes haben, bedeute ich meiner Crew, dass ich genug habe. “You think it’s enough on your end too?”, versichere ich mich bei Hiroki. Der Director of Photography gibt mir das OK – auf das sollte man nie verzichten – und ich kann die magischen drei komma fünf Worte sagen:

“THAT’S A WRAP!”

Jubel, Trubel, Heiterkeit – der Film ist fertig!! Was für eine Wahnsinnserfahrung – Wahnsinn im wahrsten Sinne des Wortes – was für ein Gamechanger für meine Entwicklung als Studentenregisseur. Man fühlt sich sehr potent, wenn man so einen Dreh abschliesst. Wir gehen alle nach oben, wo das Büro schon halb verschwunden ist; einige Leute verabschieden sich und gehen nach Hause, doch die Hälfte der Crew bleibt und hilft mit, alles zu verstauen. James, der Mann von der LA Opera, der uns einige der wunderschönen, alten Einrichtungsgegenstände geborgt hat, ist aufgetaucht, um die Location zu sehen und uns beim Transport zu helfen. Gut, dass ich am Anfang des Drehs Ferdl (der Produktionsdesigner) darum gebeten habe, jede Requisite auf der Unterseite mit einem beschrifteten Klebestreifen zu markieren – jetzt können wir einfach den Inhaber der Requisite auf deren Unterseite lesen und die Objekte den Besitzern zuordnen. Zwei volle Frachtaufzugsladungen gehen nach unten, dann gehen Lorena und ich noch einmal alles durch, klauben die kleinsten Abfallsreste auf, und hinterlassen das Büro genau so, wie wir es vorgefunden haben – als Dankeschön, dass wir dieses wundervolle Gebäude gratis benutzen durften.

Das nächtliche Downtown LA, von unserem Büroraum aus gesehen.

Das nächtliche Downtown LA, von unserem Büroraum aus gesehen.

Unten angekommen – es wird langsam dunkel – hören wir, dass Liz, eines der Komparsen-Mädchen, ihr Auto nicht mehr aufbekommt und Probleme mit der Batterie hat; nach einem kurzen Telefonat erzählt sie mir, dass zwei andere Mädchen vom Set (die sie davor noch nie getroffen hat) ihr zur Hilfe kamen und mit Schraubenziehern und etwas Mechanikerwissen das Problem auf eine defekte Fernbedienung zurückführen konnten; jetzt fährt eine von den Mädels mit ihr zu einem Autozubehörladen, um ein Ersatzteil zu kaufen – einfach so, ohne irgendeine Verpflichtung; eine Anekdote, die mich lächelnd zurückdenken lässt. Das bedeutet ganz einfach, dass sich ein Team von vielen Leuten (15 von den 30 kannten sich vor dem Film nicht) so sehr zusammengerauft hat, dass Extras, anstatt heimzufahren, den Freunden vom Set beim Autoreparieren helfen. Werter Leser, ohne Scheiss, die soziale Stimmung von dem Team von “Terminated” war beinahe kitischig, so fröhlich und gemeinschaftlich ging es hier zu.

Zeit, zusammenzupacken: Crew, Cast und Extras packen an um die Möbel und Weihnachtsdekoration von "Terminated" zu verstauen; lediglich der grosse Schreibtisch aus Mr. Wilsons Büro darf noch einen Tag in einer Ecke der Ladehalle warten.

Zeit, zusammenzupacken: Crew, Cast und Extras packen an um die letzten Möbel und Weihnachtsdekoration von "Terminated" zu verstauen; lediglich der grosse Schreibtisch aus Mr. Wilsons Büro darf noch einen Tag in einer Ecke der Ladehalle warten.

Nachdem alles bei der Laderampe eingeladen ist und wir uns bei den Securities bedanken (die geduldig auf unseren Wrap gewartet haben), verabschieden sich alle mit Umarmungen, Handshakes und High-Fives während es zu nieseln beginnt, wie in einem schlechten Feel-Good-Film. Drei der Autos fahren zur LA Opera – meines inklusive – und wir bringen die schönen alten Lampen usw. zurück an ihren Herkunftsort. James bekommt auch eines der “Thank you so much!” von mir, mit dem ich viele Dinge an diesem Film bezahlt habe: Das Gesamtbudget von “Terminated” bei Drehschluss sind weniger als 500 Dollar. Ich bekomme einen Anruf von Liz, dass sie und Monica (eine der Komparsen) zurückgekommen sind, das Auto nun wieder problemlos funktioniert.

Ein guter Zeitpunkt, das Projekt nun endgültig in die Postproduktionsphase rutschen zu lassen. Hiroki hat alle Daten des Tages auf CF-Karten in seinem Auto; das übriggebliebene Team verabschiedet sich voneinander, und ich und Lorena steigen in meinen lädierten Pontiac Firebird.

Der gelbe Feuervogel lässt seinen Motor aufheulen, und ich presche in die nasse, pechschwarze Nacht – der funkelnden Stadt der Engel entgegen…

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Lies Mehr über “Terminated”:
Alle Posts über den Schaffensprozess von “Terminated” sind im Terminated-Archiv zu finden. Hier einige Beispiele:

  • Das Büro ist fertig dekoriert - voll der Hammer!

    Terminated, Tag 2: Busfahrt und Büro in Downtown LA

    Posted on April 13, 2011 | 1 Comment

    Der erste Drehtag von Terminated beginnt im Morgengrauen. Etwa 30 Leute sind heute am Set, und einige unbekannte Faktoren müssen bewältigt werden: Eine unerlaubte gefilmte Busfahrt, ein unerlaubter Dreh an einer Busstation mit komplexer Handlung, ein quer durch den Verkehr geworfener Fussball und eine 3-minütige 1-shot-Szene, bei der ein Mann gefeuert wird und zu weinen beginnt. So viele Unbekannten für ein Team von Studenten, die nur ein paar Filme am Buckel haben – das bedeutet: You gotta step your game up. Und genau das haben wir vor. Full Story

  • Screenshot of the exclusive rehearsal video

    Terminated, Tag 1: Cast & Crew Meeting (Vorbesprechung und Versammlung)

    Posted on April 5, 2011 | 3 Comments

    Der erste Tag von “Terminated” ist gekommen – heute trifft sich das gesamte Team zu einer letzten Probe, um Kameraarbeit und Schauspieler-Aufstellung für die kommenden zwei Drehtage zu verinnerlichen; wir werden auf gefährlichem Gebiet und mit viel Risiko agieren; Drehgenehmigungen haben wir nur für einen Teil des Filmdrehs, und eine Filmcrew von fast 30 Leuten kann man nicht einfach so absagen. Jeder lernt nun die Geschichte des Films im Detail kennen, den Drehablauf und die Engpässe … noch ein paar letzte Besorgungen, dann kann alles morgen losgehen. Full Story

  • Eine der Busstationen, die zwar wunderschön, aber zu weit weg ist.

    Terminated – Props, Kamerafahrten, Probe und Zeitmessung

    Posted on March 29, 2011 | 2 Comments

    Das Drehdatum von “Terminated” rückt näher und näher – letzte Vorbereitungen müssen getroffen werden. Innerhalb der letzten zwei Wochen finden wir einen Weg, Requisiten zu besorgen und mein Kumpel Ferdl wird zum Produktionsdesigner, Hiroki und ich schiessen Probeaufnahmen vor Ort unter Aufsicht der Gebäudeverwaltung, ich gehe auf eine zusätzliche Drehortsuche und treffe mich schlussendlich mit den Schauspielern für eine Generalprobe. Full Story

  • A DIY Shoulder Mount for around $20-$30, mostly made of plumbin equipment, geared towards Video DSLRs; the tutorial below lets you build one yourself!

    Tutorial: Building a Shoulder Mount for DSLR Filming, $20-$30

    Posted on February 28, 2011 | 5 Comments

    This article (English) is a comprehensive tutorial for building a DIY shoulder mount for $20-$30. Parts consist mostly of plumbing pipes and a big old sweater – the result is a stable rig that can be used for quite smooth hand-held filming while standing and/or walking. This instruction is geared towards Video-DSLR users who want a comfortable, cheap and sturdy (let’s call it indestructible and easily replaceable) shoulder rig. Full Story

  • Der Konferenzraum am AET Campus mit aufgeteilten Casting-Unterlagen zu "Terminated"; von der Perspektive des Filmemachers aus gesehen.

    Der Castingprozess für “Terminated” – Teil 2: Das Casting

    Posted on February 15, 2011 | 5 Comments

    Ein Tutorial zum Casting: Mein Kurzfilmprojekt “Terminated” springt auf ein ganz neues Level der Erfahrung, als ich mich dazu entscheide ein echtes Casting abzuhalten. Und zum ersten Mal in meinem Leben erfahre ich, was es bedeutet, in “Castingliebe” zu fallen – wenn man einen Schauspieler unbedingt und um jeden Preis haben will. So eine pervers gute Darstellung ist ein einmaliges Erlebnis. Der zweite Teil dieses Beitrags handelt über das tatsächliche Casting und die Magie der Schauspieler, die auftauchen – sowie den verbundenen Stress, die peinlichen Momente und die Komplikationen mit Räumlichkeiten, die mir fast ein Disziplinarverfahren einhandeln. Full Story

  • Bürozellen bis zum Nebel des Horizonts - sowas gibts nur in Filmen. Foto: Yonatan Mallinger.

    Location-Durchbruch im Public Works Building

    Posted on February 5, 2011 | 5 Comments

    Nach einer Stunde Verhandlungen kommt ein magischer Moment des Durchbruchs – und uns wird für 0$ Kosten eine der beeindruckendsten Büroräumlichkeiten angeboten, die mein jungfernes Auge je erblickte. Und ich erblicke eine Menge, trotz meiner Kurzsichtigkeit. Damit hat mein baldiger Kurzfilm “Terminated” ein Zuhause gefunden! Full Story

  • Der Aufzugsbereich - wie in einem Film. Absoluter visueller Orgasmus!

    Das Wunder des Location Scouting

    Posted on January 1, 2011 | 1 Comment

    Als Guerilla-Filmemacher sind mir Shooting Permits (Filmgenehmigung eines Ortes) total hanswurst. Bisher musste ich aber auch noch nicht in einem schwer bewachten Gebäude filmen. Mit Yonatan, meinem Produzenten, mache ich mich auf nach Downtown LA, um die Erlaubnis für ein atemberaubendes Bürogebäude zu erhalten. Doch wir werden abgewiesen und Köpfe werden geschüttelt. Es scheint aussichtslos… Full Story

  • Die ersten Storyboards - wie diese Szene in den Film passt, können Sie am Ende des Artikels herausfinden.

    Wie ein Klassenfilm zu einem klasse Film werden könnte

    Posted on December 21, 2010 | 8 Comments

    Für unseren Kurs “Fortgeschrittene Filmproduktion” müssen wir einen Abschluss-Kurzfilm machen. So weit, so gut … dank Lorena bekomme ich eine Idee, und im Nu entwickelt sich eine simple Idee in eine potenziell bahnbrechende Filmentwicklung in meiner Laufbahn. Ergebnis: Noch unbekannt… Full Story

(Die meisten Fotos sind von Mizuki Yoshimitsu geschossen, ein paar von Hiroki Kamada und mir selbst).

About the Author

Tobias Deml is an Austrian Filmmaker and Visual Artist. 2012 Cinematography Reel: http://vimeo.com/53973421 Tobias Deml ist ein österreichischer Filmstudent und Möchtegernregisseur in Los Angeles. Er arbeitet derzeit als Kameramann in Los Angeles und popelt in seiner Nase.